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Identitätsentwicklung

nach Prof. Franz Ruppert

Der Grundstein für unsere Identität wird schon in der Kindheit durch die Beziehung zu unseren Eltern gelegt. Für unsere Identitätsentwicklung ist unsere Mutter unsere erste Bindungsperson, die uns von Anfang an dh. schon von der Zeugung an den Raum gibt uns zu entwickeln. Hat die Mutter einen guten und gesunden Kontakt zu ihrer eigenen Lebensgeschichte, zu ihren Gefühlen und verfügt so über eine stabile Ich-Struktur und ein Identitätsbewusstsein, dann wird sie sich über ein Kind freuen, es willkommen heißen und sich innerlich und äußerlich liebevoll darauf einstellen. Sie wird schon von Anfang an mit dem heranwachsenden Individuum in Ihrem Bauch durch Sprache, Gedanken und Berührung in lebendigen Kontakt gehen, damit der neue Bewohner in Ihrem Körper sich emotional und körperlich gut entwickeln kann und „gebadet“ wird in zärtlichen und weichen Gefühlen.

Das Kind in dieser haltgebenden und wohlwollenden Umgebung wird sich gewollt fühlen und in seinem Dasein bestätigt! Es wird sich während seiner körperlichen und psychischen Entwicklung im Mutterleib immer wieder für seine Umgebung öffnen und sie erkunden, auf den Herzschlag und die Organgeräusche der Mutter hören, ihrer Stimme lauschen und sich durch den Rhythmus ihrer Bewegungen angenehm gewiegt fühlen. Der kleine Mensch wird sich entspannen können, weil die psychischen und körperlichen Nahrungsquellen sanft und in ausreichender Menge fließen und es keine Einflüsse gibt die Angst und Bedrohung verursachen.

Zeiten von Aktivität und Entspannung, ausweiten und zusammenziehen, sind auch in der pränatalen Phase ein wichtiger Rhythmus, der sich auch nach der Geburt weiter fortführt. Durch dieses emotionale und körperliche Getragensein wird sich das vorgeburtliche Baby sicher und gebunden fühlen, jederzeit mit sich selber und der Mutter als erstes Du im Kontakt sein können. Es wird in freudiger Erwartung auf seine Geburt und das Ankommen in der Welt schauen. Es spürt seine Mutter als haltgebendes Gegenüber und nimmt sich so selbst von Anfang an auch als eigenständiges und individuelles, von der Mutter getrenntes Wesen wahr.

Nach der Geburt werden Mutter und Kind sich in freudiger beidseitiger Bindungsbereitschaft auf einander zu bewegen und im Laufe der Zeit immer mehr kennenlernen. Die Mutter wird Ihr Kind auch nach der Geburt als von sich und ihren Bedürfnissen getrenntes Wesen erkennen, annehmen und lieben und dem Kind die volle notwendige sicherheitsspendende Aufmerksamkeit geben. Seine Bedürfnisse wird sie schnell erkennen und umgehend und feinfühlig beantworten. Dabei wird die Mutter ihrem Spross auch seinen eigenen Raum lassen, Ruhe geben und auch die angemessen Stimulation zur geistigen Entwicklung zukommen lassen. Sie gibt dem Kind in den ersten 6 Monaten durch ihr zugewandtes Dasein das Gefühl im Mittelpunkt ihres Interesses zu stehen und unterstützt seine Wegbewegung von ihr hin zur Eigenständigkeit und Autonomie.

Identitätsentwicklung

Wenn Eigenständigkeit und Individualität ein wichtiger Wert im Leben der Eltern ist, dann werden sie sich zutiefst erfreuen, wenn das Kind sich zu einem von Ihnen getrennten Wesen entwickeln wird. Sie erkennen die individuellen Charakterzüge, die sich nach und nach entwickeln und bestätigen es in seinem Anderssein. So hat das heranwachsende Kind Zugang zu seinen eigenen Gefühlen, seinen Bedürfnissen, eigenen Ideen und bildet auch mit der Zeit seine eigenen Werte aus. So sind die Voraussetzungen von den Eltern gegeben, dass ihr Kind zu einem Individuum heranwächst, das eine gut abgegrenzte Ich-Struktur aufgebaut hat, seine Lebensgeschichte kennt und sich von Anfang an immer als dieses Individuum mit allen Gefühlen und Gedanken erlebt. So entwickelt dieses Menschenwesen im Laufe seiner Entwicklungsjahre seine einzigartige Identität.

Frustrationen und Rückschläge kann es verkraften ohne daran zu verzweifeln, es weiß was es will und kann diesen Willen auch in seinem Leben durchsetzen, jedoch ohne dabei lieblos und aggressiv vorzugehen. Es wird genau wissen, wie es in seinem Leben beruflich tätig sein will und wie es sich in der Gemeinschaft mit anderen Menschen einbringen mag. Es kann auch gute und liebevolle Beziehungen aufbauen und genießen, ohne sich selbst und seine Ich-Präsenz zu verleugnen oder dabei aufgeben zu müssen.

Trauma Spaltung der Persönlichkeit Gesunde Mutter-Kind-Bindung Gestörte Mutter-Kind-Bindung Identitätsentwicklung Frühes Trauma der Identität Trauma der Liebe Emotionale Verstrickung Mehrgenerationale Weitergabe von Traumagefühlen
Praxis für Lebenssinn & Wandlung